Heinz Neumärker – Vorstellungen (voraussichtlich lieferbar ab Ende August)
Voraussichtlich lieferbar ab Ende August!!
Herausgeber: Carsten Neumärker
Verlag: Vision Eins UG, Köln
ISBN: 978-3-9826723-3-5
Heinz Neumärker: „Vorstellungen – Circusfotografien von 1958 bis 1981“, herausgegeben von Carsten Neumärker, 116 Seiten SW, 31x31cm, Hardcover, Fadenheftung, Leinen, mit 103 Abbildungen, Digitaldruck auf Arctic Volume 150gr, € 78,00. ISBN 978-3-9826723-3-5
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Ganzleineband in Fadenheftung mit Schutzumschlag
310× 310 mm, 116 Seiten
103 Abbildungen
Der Blick in der Manege
Der Bildband „Vorstellungen“ von Heinz Neumärker erkundet den Circus als Raum der Wahrnehmung und dokumentiert eine Welt im Verschwinden
Mit dem Bildband „Vorstellungen“, wird das fotografische Werk von Heinz Neumärker (1935 – 2017) um ein weiteres Kapitel ergänzt. Herausgegeben von seinem Sohn Carsten Neumärker, der bereits zum sechsten Mal den umfangreichen Nachlass seines Vaters mit einer Veröffentlichung erschließt, richtet diese den Blick erstmals konsequent auf das Geschehen in der Manege selbst: Diesmal sind es jene flüchtigen Momente der Aufführung, die den Kern des Circus ausmachen.
Heinz Neumärker war ein Amateurfotograf und zugleich ein großer Zirkusenthusiast. Als Amateurfotograf reiste er über fünf Jahrzehnte lang den Gastspielen hinterher, überwiegend in der für ihn von seinem Wohnort Leverkusen aus gut erreichbaren Orten des Rheinlandes und Ruhrgebietes. Während sich die bislang erschienenen fünf Bildbände vor allem mit der Architektur des Circus, dem Leben auf dem Gelände und den Menschen und Tieren jenseits der Vorstellung beschäftigen, verlagert „Vorstellungen“ nun den Fokus in das Zentrum des Geschehens: in den Kreis der Manege, in dem sich Publikum und Darbietung unmittelbar begegnen. Der Band verzichtet bewusst auf eine klassische Kapitelstruktur. Die 103 Schwarzweiß-Fotografien stehen in einer lose gefügten Bildfolge, die sich beim Blättern wie eine Aufführung entfaltet. So entsteht der Eindruck, eine Circusvorstellung nicht nur zu betrachten, sondern in ihrer Dramaturgie zu durchlaufen, vom ersten Moment gespannter Erwartung bis zum Verklingen des Applauses.
Historisch betrachtet war der Circus stets mehr als ein Ort der Unterhaltung. Seit seiner Entstehung im 18. Jahrhundert steht er für eine neue Ordnung des Sehens: Die kreisförmige Manege kennt keine privilegierte Perspektive, kein oben und unten. Alle Blicke richten sich auf ein gemeinsames Zentrum, alle Zuschauer sind gleichermaßen Teil des Geschehens. Diese Konstellation ließe sich als frühe Form einer demokratisierten Wahrnehmung verstehen. Zugleich war der Circus seit jeher ein Ort gelebter Diversität. Lange bevor gesellschaftliche Debatten Begriffe wie Inklusion prägten, arbeiteten hier Menschen unterschiedlichster Herkunft, körperlicher Voraussetzungen und Lebensentwürfe selbstverständlich zusammen. Migranten, Kleinwüchsige oder Außenseiter fanden im Circus nicht selten einen Platz, der ihnen außerhalb verwehrt blieb. Ebenso prägten Frauen die Geschichte des Circus in entscheidender Weise, vielfach als Leiterinnen großer Unternehmen und als prägende Persönlichkeiten eines traditionsreichen, aber zugleich erstaunlich offenen Systems.
Neumärkers Bilder zielen nicht auf spektakuläre Effekte, sondern auf eine präzise, zurückhaltende Beobachtung. Der Fotograf wahrt Distanz, nicht aus Kälte, sondern als Ausdruck von Respekt. Er verzichtet auf Dramatisierung und Überhöhung und überlässt den Bildern ihre eigene Wirkung. So entstehen Aufnahmen, die weniger das Ereignis als vielmehr die Bedingungen seines Erscheinens sichtbar machen.
Heinz Neumärker: „Vorstellungen – Circusfotografien von 1958 bis 1981“, herausgegeben von Carsten Neumärker, 116 Seiten SW, 31x31cm, Hardcover, Fadenheftung, Leinen, mit 103 Abbildungen, Digitaldruck auf Arctic Volume 150gr, € 78,00. ISBN 978-3-9826723-3-5





